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Smart City: Totale Überwachung oder Glücksfall?


Intelligente Mülleimer, vernetzte Ampeln, smarte Parkplatzsuche – Was können wir von Smart Cities noch erwarten? Wir beleuchten, welche Zukunftsvisionen die Stadtplaner vor Augen haben.

Zahl der Stadtbewohner verdoppelt sich
Städte sind für uns mehr als nur ein paar Straßen und Gebäude. Sie bedeuten für viele Heimat und Quelle von Innovationen. Kein Wunder also, dass jedes Jahr Millionen Menschen von den Städten angezogen werden. Bis zum Jahr 2050 soll sich die Zahl der Stadtbewohner fast verdoppeln, auf 6,3 Milliarden. Bereits heute leben über 60% der Weltbevölkerung in den Städten und das, obwohl Städte gerade mal 2% der Erdoberfläche ausmachen.

Doch diese Entwicklung zieht viele Probleme mit sich. Denn Wasser, Energieversorgung und Wohnungen könnten bei der doppelten Anzahl an Menschen mehr als nur knapp werden. Die Stadt von Morgen braucht Lösungen, um nicht im Verkehr und im Müll zu ersticken. Die Luftverschmutzung wird fatal zu nehmen. Städte müssen sich also neu aufstellen und sich auf solche Veränderungen vorbereiten, um eine Katstrophe zu verhindern.

Das Ziel der Smart Cities

Und genau hier kommt die Vision der Smart Citys ins Spiel. Smart Citys sollen nach Möglichkeit umweltschonender, nachhaltiger und grüner sein, also im Großen und Ganzen die Lebensqualität der Bewohner steigern. Bei den Smart Citys geht es darum, Städte zu kreieren, die intelligenter als unsere heutigen Städte sind und auch besser mit den Problemen der Zukunft klarkommen.

Bei den Städten der Zukunft kommt das sogenannte „Internet of Things“ auf den Plan. Dies soll unser Leben in der Stadt optimieren und vereinfachen. Ziel ist, normale physische Dinge in der Stadt, sprich Mülleimer, Straßenlaternen oder Heizungen in öffentlichen Gebäuden, für eine intelligentere Nutzung untereinander und mit dem Internet zu verknüpfen. Mit einer technischen Intelligenz ausgestattet, sollen die Gegenstände in der Lage sein, jederzeit digitale Daten zu liefern und bereitzustellen, ob im eigenen Haus oder draußen auf den Straßen. Diese Informationen sollen vor allem die Stadtbewohner durch Apps abrufen können.

Verkehr
Autos, die bereits auf den Straßen sind, werden Daten über den Verkehr und die jeweilige Umweltbelastung liefern. Somit können sich die Ampelschaltungen nach dem aktuellen Verkehrsaufkommen richten. Aber auch das autonome Fahren spielt eine große Rolle. Die selbstfahrenden Autos sollen umweltschonend mit Elektroantrieb gefahren werden und die Sicherheit auf den Straßen erhöhen.

Autos sind jedoch nur ein Teil von dem, was auf den Straßen vernetzt werden soll.  Auch Straßenlaternen sollen in Zukunft über freie Parkplätze oder Unfälle informieren: Dies ist der Grundstein für eine stadtweite Kommunikationsinfrastruktur. Dies soll weniger Verkehr, weniger Umweltbelastung und fröhlichere Menschen zur Folge haben, denn vieles wird schneller und einfacher gehen.

Smart Cities Wien, Chicago und Singapur
Experten von Roland Berger haben für ihren „Smart City Index“ die wichtigsten Bausteine einer Smart City-Strategie in die drei Hauptbereiche Anwendungsfelder, strategische Planung und IT-Infrastruktur zusammengefasst. Nach diesen Aspekten wurden 87 Großstädte weltweit unter die Lupe genommen und analysiert, wie sie für den Weg zur Smart City strategisch aufgestellt sind. Das Ergebnis: Wien, Chicago und Singapur schneiden im Ranking am besten ab.

Die österreichische Hauptstadt kann punkten, weil sie eine breit und sehr grundsätzlich angelegte Smart City-Strategie ausgearbeitet hat, die auf den Kriterien Lebensqualität, Ressourcenschonung und Innovation basiert. Chicago, auf Platz zwei des Rankings, zeichnet sich unter anderem durch seinen Bildungsansatz aus: Die Stadt setzt auf die Vermittlung digitaler Kompetenz und unterhält ein Netzwerk von 250 kostenlosen Computerlaboren im gesamten Stadtgebiet. Singapur will bis 2022 eine „Smart Nation“ sein. Neben dem Verbot von PKW-Neuzulassungen und einem eigenen Stadtteil zur Erprobung des autonomen Fahrens will Singapur bis dahin Singapur die Daten aus Industrie, Energieversorgung und Verkehr zusammen führen.

Glücksfall oder Überwachung?
Doch wird uns die Digitalisierung der Städte wirklich einmal ins Glück oder doch in die totale Überwachung führen? Ein abschreckendes Beispiel ist die erste und einzige Smart City in Süd-Korea namens Songdo. Die Stadt von Morgen, wie sie auch genannt wird, hat ganze 50.000 Kameras in der ganzen Stadt installiert. Kameras, Chips und Sensoren kontrollieren ab den Grenzen ganz genau, wer in die Stadt reinkommt und wer nicht. Damit soll die Kriminalität in der Stadt reduziert werden. Jeder unbefugte Zutrittsversuch und jede verdächtige Person wird sofort vom städtischen Kontrollzentrum entdeckt. Außerdem gelangen Abfälle von Wohnung und Büros direkt in ein unterirdisches Rohrsystem, um die Abfälle zu entsorgen. Der Müll wird automatisch getrennt, recycelt und zur Energiegewinnung verbrannt.

Auch die Wohnungen in Songdo sind komplett vernetzt. Sie werden durch ein iPad, welches jede Wohnung hat, gesteuert. An den Eingangstüren sind Kameras befestigt, die jede Person erst einmal scannen, bevor sie eintritt. Diese Daten werden natürlich aufgezeichnet und gespeichert. Das städtische Kontrollzentrum kann somit jederzeit nachvollziehen, wann man in seine Wohnung gekommen ist, wann man sie verlassen hat, wie viel Energie man verbraucht, wer zu Besuch kommt, was man im Fernsehen sieht, etc. Anhand dieser Daten stellt das Kontrollzentrum, dem jeweiligen Haushaltsbedarf entsprechend, Strom und Energie zur Verfügung. Mit dieser Methode schafft es die Stadt, den Energiebedarf zu jedem Zeitpunkt zu optimieren.

Fazit
Die südkoreanische Stadt Songdo sorgt zwar für Sicherheit und Umweltschutz, gleichzeitig müssen die Bürger hier aber einen Großteil ihrer persönlichen Freiheit der absoluten Kontrolle hingeben. So weit muss man aber nicht gehen, um mit Smart Cities Konzepten Vorteile für die Städte der Zukunft zu realisieren. Strenge Datenschutzregeln und natürlich flächendeckendes schnelles Internet sind allerdings die Grundvoraussetzungen für den Erfolg einer Smart City Strategie.


(Quelle: moveonline, Mai 2018)

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