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Kreditkartenzahlungen zurückfordern mit Chargeback


Übersicht

Chargeback ist ein Verfahren, das dem Zurückfordern von ungerechtfertigten Kreditkartenzahlungen wie Doppelbuchungen, Belastungen ohne erhalte Leistung/Ware oder Insolvenzen dient.

Bei jeder Reklamation arbeiten dabei mehrere Parteien zusammen. Bei VISA und Mastercard befinden Sie sich als Kunde zusammen mit Ihrer Bank auf der einen Seite und der Anbieter/Händler und die Bank des Händlers (Aquirer) auf der anderen. Ihre Bank tritt für Sie ein, während der Händler von seiner Bank unterstützt wird. Beide Banken tauschen und bewerten Informationen, um schlussendlich eine Lösung zu erzielen. Sollte diese nicht möglich sein, kann auch das Kreditkarteninstitut eingreifen.
Bei American Express gibt es nur drei Parteien, da Amex sowohl als Ihre Bank als auch als Bank des Händlers auftritt. Es liegt also an American Express zu beurteilen, welcher seiner beiden Kunden im Recht ist.

Allgemein sollte bei unrechtmäßigen Kreditkartenabbuchungen jedoch immer zuerst versucht werden, den Anbieter (am besten schriftlich) zu kontaktieren und das Problem direkt zu lösen. Vielleicht ist das Chargeback-Verfahren dann gar nicht mehr notwendig.
Kommen Sie damit nicht weiter, können Sie sich bei Ihrer Kreditkartenbank (online oder in der Filiale) ein Reklamationsformular für Kreditkartenabbuchungen holen. Dieses muss ausgefüllt und zusammen mit den betreffenden Nachweisen wieder an die Bank geschickt werden.


Chargeback im Einzelnen

Generell sollte man immer seine Finanzen im Auge haben und regelmäßig seine Kreditkartenabrechnung kontrollieren. Normalerweise gilt eine Frist von 120 Tagen, in denen man das Chargeback-Verfahren anstoßen kann.

Wenn einem eine fehlerhafte Abbuchung auffällt, sollte man diese reklamieren. Dafür ist im Falle von VISA- und Mastercards die Bank zuständig. Bei American Express hingegen, müssen Sie sich direkt an das Kreditkartenunternehmen wenden.

Die Banken stellen sowohl digitale als auch analoge Formulare für das Chargeback-Verfahren zur Verfügung. In diesen muss genau beschrieben werden, was an welcher Abbuchung nicht rechtgemäß war und die entsprechenden Nachweise müssen beigelegt werden. Anschließend wird die Bank den Vorgang prüfen.

Wichtig ist, dass jede Transaktion nur einmal reklamiert werden kann, sodass alle nötigen Belege eingereicht werden sollten. Wenn die Reklamation aufgrund von fehlenden Dokumenten scheitern sollte, ist es nicht möglich, ein weiteres Mal zu reklamieren.

Außerdem ist nur eine einmalige Entschädigung möglich. Man kann also nicht einerseits vom Händler eine Rückzahlung erhalten und parallel die entsprechende Zahlung reklamieren.
Zusätzlich sind bei Bezahlungen in Fremdwährungen die Wechselkurse zu beachten. In diesem Fall erhalten Sie Ihre Rückzahlung ebenfalls in der Fremdwährung, wobei sich in der Zwischenzeit jedoch der Wechselkurs verschlechtert haben könnte.

Bei erfolgreicher Rückforderung erhalten Sie Ihr Geld solange vorläufig zurück, bis die Bank die Reklamation vollständig bearbeitet hat und er Händler keinen Einspruch mehr einlegen kann.


Welche Zahlungen können zurückgefordert werden?

  • Wiederkehrende Belastungen wie Abonnements oder Mitgliedschaften
  • Stornierte Bestellungen
  • Ware oder Dienstleistung nicht erhalten
  • Gutschrift nicht erhalten
  • Ware zurückgesendet
  • Unrechtmäßige Nachbelastung (wenn man z.B. das Hotel bereits verlassen hat, dieses die Kreditkartendaten aber noch verwendet)
  • Umsatz bereits anderweitig bezahlt
  • Verdacht auf gefälschte Markenware (in diesem Fall schicken Sie die Angaben des Zolls ein)
  • Ware nicht wie beschrieben bzw. defekt

Wenn Sie den Händler kontaktieren, ist es immer gut, eine feste Frist für die Rückmeldung zu setzen. Falls sich dieser nicht melden sollte, können Sie damit beweisen, dass Sie versucht haben, das Problem mit dem Händler zu klären.

In diesen Fällen können Sie sich direkt an die Bank wenden und müssen vorher nicht den Händler kontaktieren:

  • Doppelte Abbuchungen
  • Abbuchung eines zu hohen Betrags
  • Falscher Händlername auf der Rechnung
  • Falsch ausgezahlter Betrag beim Abheben am Automaten


Im Falle einer Insolvenz

Das Chargeback-Verfahren bietet auch bei Insolvenzen eine Sicherheit. Diese Fälle sind genauso zu betrachten wie die Situation, wenn Sie die Ware oder Leistung nicht erhalten haben.
Wenn es um die Insolvenz einer Airline geht, ist es allerdings etwas komplizierter. Zuerst muss überprüft werden, ob das Chargeback-Verfahren überhaupt angewandt werden kann.
Dazu gibt es folgende drei Varianten:

  1. Buchung einer Pauschalreise
    In diesem Fall ist Chargeback nicht nutzbar. Stattdessen müssen Sie sich direkt an den Reiseveranstalter wenden und sind über das Pauschalreiserecht abgesichert.
  2. Buchung eines Fluges direkt bei der Airline
    Bei einer Bezahlung mit Kreditkarte kann das Chargeback-Verfahren genutzt werden. Dazu müssen folgende Unterlagen bei der Bank eingereicht werden:
    • Reklamationsformular
    • Kopie der Flugbuchung
    • Ablehnung zur Erstattung der Flugkosten (Nachweis, dass Sie versucht haben, die Situation mit der Airline oder dem Insolvenzverwalter zu klären)
    • Nachweis, dass der Flug nicht stattgefunden hat/stattfinden wird (Stornobestätigung; z.B. als Hinweis auf der Website der Airline oder des Insolvenzverwalters)
  3. Buchung über einen Reisevermittler
    Ist die Buchung über einen Vermittler erfolgt, ist rechtlich nicht genau geklärt, ob Sie sich das Geld von diesem zurückholen dürfen. Es ist möglich, eine Reklamation zu versuchen, jedoch kann es anschließend zu Ärger mit dem Vermittler kommen, der wiederum ggf. mit einem langwierigen Schriftverkehr bereinigt werden muss.


(Quelle: Finanztip.de)

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